Auf drei Fragen mit Herrn Nicklas von der Firma Bender GmbH & Co. KG zum Thema Industrie 4.0

Herr Manfred Nicklas ist Produktionsleiter in der Firma Bender GmbH & Co. KG. Am 21. September 2017 wird Herr Nicklas auf dem Industrie 4.0 Kongress an der Technischen Hochschule Mittelhessen über das digitale Zeitalter referieren. Im Interview berichtet Herr Nicklas, welche Rolle Industrie 4.0 in der Firma Bender spielt und wo er die Digitalisierung der Arbeitswelt in 10 Jahren sieht.

 

Ihr Unternehmen ist in der Elektrotechnik und Sicherheitstechnik tätig. Wie integrieren Sie Industrie 4.0 in Ihre Arbeitsprozesse?

Wir produzieren in unserem Werk in Grünberg elektronische Geräte für den weltweiten Einsatz, um den elektrischen Strom für Menschen, Maschinen und Anlagen sicher zu machen.

Der Kundenfokus ist absolut ausgerichtet auf höchste Qualität und kürzeste Lieferzeiten, bei gleichzeitigen individuellen Kundenwünschen.

Unsere derzeitigen Ansätze hinsichtlich Industrie 4.0 bedeuten für unser Endmontagewerk in Grünberg ein sogenanntes „chaotisches Fertigungsprinzip“ möglichst mit der Losgröße 1 und der Integration und Vernetzung von Werkern, Informationssystemen und Anlagen bzw. Arbeitsplätzen.

 

Wo sehen Sie Industrie 4.0 in 10 Jahren?

Ich betrachte dieses Thema ganzheitlich und begrenze es nicht nur auf den Bereich Produktion und IT.
Setzen wir diesen mittlerweile etablierten Begriff Industrie 4.0 gleich mit der Betrachtung „Digitale Transformation“, so glaube ich schon, dass in den nächsten 10 Jahren, und zwar möglicherweise schneller als wir ahnen, sehr drastische Veränderungen in allen klassischen Unternehmensbereichen stattfinden. Das gilt besonders für den Mittelstand und ebenso für Handwerksbetriebe.

Neue Geschäftsfelder schießen sozusagen über Nacht aus dem Boden, gleichzeitig verändert sich deutlich das direkte Arbeitsumfeld der Menschen. Die gegenseitigen Erwartungshaltungen werden das Verhältnis zwischen Kunden und Lieferanten völlig neu definieren.

 

Was waren zu Beginn die ersten Schritte in Ihrem Unternehmen bei der Integration von Industrie 4.0?

Die ersten Schritte waren sehr pragmatisch und fingen bei den Menschen an. Wir haben von Anfang an versucht, unsere Ziele und Ansprüche zu kommunizieren, zu erklären und zu begründen und die Mitarbeiter/innen möglichst in das Geschehen mit einzubinden.

Der Mensch stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar!

Natürlich hatten wir ein sehr kreatives Planungsteam und holten uns auch entsprechendes Wissen im Vorfeld ins Haus. Wir hatten eine Agenda, in der genau fest stand, was wir wollten und was nicht.

Auf drei Fragen mit Herrn Nicklas von der Firma Bender GmbH & Co. KG zum Thema Industrie 4.0

One thought on “Auf drei Fragen mit Herrn Nicklas von der Firma Bender GmbH & Co. KG zum Thema Industrie 4.0

  • 31. May 2017 at 2017-05-31T08:40:36+00:000000003631201705
    Permalink

    Es ist spannend zu lesen, dass Industrie 4.0 nicht nur für Großunternehmen mit einer weitgehend automatisierten Fertigung relevant ist, sondern auch für mittelständische Unternehmen. Dass sogar Handwerksbetriebe von Ansätzen aus Industrie 4.0 profitieren können ist insofern besonders bedeutsam, da den Handwerksbetrieben der Nachwuchs ausgeht und sie daher Möglichkeiten von verbesserten Abläufen durch Techniken aus der Industrie 4.0- Welt nutzen müssen.

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