Smart Factory: Best Practices aus der Automobilindustrie

Auf dem Kongress Industrie 4.0 referiert der Doktorand Torsten Nattermann, M.Sc., in Vertretung für Frau Prof. Dr. Möhring über das Thema Smart Factory. Als Best Practice dient dabei die Automobilindustrie. Wir haben Frau Prof. Dr. Möhring zu den Inhalten des Fachvortrags befragt.

 

Was genau können Teilnehmer auf dem Kongress erwarten?

Die Automobilindustrie wird als Vorreiter für die Industrie 4.0 gesehen. Hier existiert unter anderem bei der Automation und Integration digitaler Technologien der höchste Reifegrad. Am Standort Friedberg der THM wird sehr eng mit der Automobilindustrie zusammengearbeitet. Unter anderem durch die örtliche Nähe zu ContiTech (Continental AG) und Kollaborationen mit Bosch (Robert Bosch GmbH) führt es Absolventen oft zu Großunternehmen in Deutschland. Neben Studenten aus der Logistik und dem Supply Chain Management nutzen auch die Professoren gegebene Möglichkeiten, um mit diesen Unternehmen zu kooperieren. Teilnehmer des Kongresses Industrie 4.0 werden zu einem Teil dieses Know-How-Netzwerkes.

 

Was kann man von der Automobilindustrie lernen?

Diese Industrie hat schon Phasen durchgemacht, die viele Mittelständler noch vor sich haben. Zu Beginn des Jahrzehnts war der Rationalisierungsdruck noch nicht so hoch wie jetzt. Unternehmensgrößen waren überschaubarer und Stückzahlen gering.

„Automobilindustrie als Vorreiter – aus Fehlern lernen“

Firmen können aus Fehlern, aber auch aus gut funktionierenden Prozessen lernen. Dabei helfen erprobte Zyklen neue Technologien einzuführen. Es ist wichtig auf Hilfe und Unterstützung zurückgreifen zu können, um einzuschätzen, welche Technologie gebraucht wird und welche einem langfristig etwas bringt. Dabei steht die Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Durch dieses Vorgehen können Fehler vermieden werden, die in der Vergangenheit schon gemacht wurden.

 

Speziell der Mittelstand steht bei dem Kongress im Fokus. Wo besteht die Verknüpfung zur Thematik?

Für Mittelständler ist es wichtig vorhandene Netzwerke aus Akteuren und Betrieben, die sich schon seit längerem mit der Thematik beschäftigen, zu nutzen. Wir als Technische Hochschule bündeln dieses neue Know-How.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und weiterhin als Lieferant für Großunternehmen in Frage zu kommen, müssen sich mittelständige Unternehmen an die Prozesse der Großunternehmen anpassen und nachrüsten. In den letzten Jahren gab es dabei immer mehr Anforderungen, die erfüllt werden mussten. Beispielsweise wurde schon vor Jahren von vielen Konzernen die Qualitätsmanagementzertifizierung ISO 9001 verlangt, um sich als Zulieferer zu qualifizieren.

Im Bereich Geschäftskunden ist die Erfüllung dieser Anforderungen grundlegend, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. Die Industrie 4.0 gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang verlangen Großunternehmen, dass Bauteile eine digitale Identität besitzen und vom Gabelstapler bis zur Finanzabteilung mit allen wichtigen Stellen kommunizieren können. Diese Standards müssen implementiert werden, wofür es pragmatische als auch komplexere Lösungen gibt. Jeder Mittelständler muss den für sich richtigen Weg finden und sich an größere Unternehmen genauso wie an der Konkurrenz orientieren. Der Kongress Industrie 4.0 hilft Ihnen, den richtigen Weg für eine aktive Zusammenarbeit zu finden.

 

Wie kann ein Mittelständler sein Netzwerk nutzen?

In vorhandenen Netzwerken gibt es sogenannte „Makro-Akteure“ wie große Unternehmen, aber auch „Mikro-Akteure“ wie einzelne Personen, die auf unterschiedlichen Ebenen zusammenarbeiten. Der technologische Druck und die daraus resultierenden Unsicherheiten verstärken den Trend, dass selbst konkurrierende Unternehmen zusammenarbeiten müssen. Reinen Wettbewerb wird es bei dieser Thematik daher nicht mehr geben können.

„Koopetition“ (Wettbewerb und Kooperation)

 

Der Vortrag zum Thema Smart Factory von Frau Prof. Dr. Monika Maria Möhring und Torsten Nattermann findet am 21. September 2017 statt.
Weitere Informationen finden Sie in der Programm und Vortragsübersicht.

Smart Factory: Best Practices aus der Automobilindustrie

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